Präimplantationsdiagnostik (PID)

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Unser Weg zu unserem Regenbogenbaby

Die Entscheidung ein weiteres Kind zu bekommen, muss jeder ganz individuell für sich entscheiden. Und somit gibt es bestimmt für jeden einen anderen „richtigen Weg“.

Eine Möglichkeit ist es eine Präimplantationsdiagnostik durchführen zu lassen. Wir waren nach der genetischen Abklärung von meinem Mann und mir in einer Kinderwunschklinik und haben uns über die verschiedenen Möglichkeiten informiert. Da wir uns den Weg spontan Schwanger zu werden und in der 12. Schwangerschaftswoche eine Untersuchung durchführen zu lassen mit der Möglichkeit Abzutreiben nicht vorstellen konnten, begann nun ein längerer Weg.

Zunächst muss eine Ethikantrag ausgefüllt werden. Dabei handelt es sich um eine Art Bewerbungsschreiben, warum aus Sicht der Eltern und der Ärzte die Situation schwerwiegend genug ist um eine PID durchführen zu lassen. Leider kommen die Ethikräte nicht sehr oft im Jahr zusammen (Meistens 4-5 Sitzungen pro Jahr). Und aufgrund der Menge an Anträgen, kann es vorkommen, dass man nicht direkt in der nächsten Sitzung drankommt.

Mit dem positiven Entscheid des Ethikrates kann nun das Labor beginnen ein Prüfverfahren speziell für die Familie zu etablieren. Dieser Prozess ist schwierig und kann bis zu drei Monate dauern. Anschließend zum Teil auch schon parallel kann mit der Hormontherapie zur Stimulation der Eierstöcke begonnen werden (Medikamente im Ausland kaufen, den Tipp bekommt ihr aber vermutlich auch noch mal in der Kinderwunschklinik). Hierbei wird versucht, dass möglichst viele Eizellen heranreifen, sodass bei der Entnahme möglichst viele entnommen werden können.

Nach der Eizellenentnahme werden die Eizellen befruchtet. Nach 5 Tagen werden Proben von den Embryonen entnommen. Die Probe wird so entnommen, dass ein paar Zellen von dem Teil verwendet werden, der einmal die Plazenta wird. Anschließend werden alle Embryonen eingefroren und die Proben ins Labor geschickt.

Bis die Ergebnisse da sind können noch mal bis zu 9 Wochen vergehen.

Wenn gesunde Embryonen dabei sind, bespricht der Arzt der Kinderwunschklinik mit euch einen Termin zum Embryonentransfer.

Alles in allem ist dieser Weg ein langer nervenaufreibender Weg. Aber jetzt wo wir unsere wunderbare Tochter in den Armen halten, sind wir sehr froh es so gemacht zu haben. Wir sind uns sicher, dass ihr großer Bruder als Schutzengel mitgeholfen hat, dass sie kerngesund zur Welt gekommen ist und alles wunderbar geklappt hat.

Leider ist dieser Weg nicht die günstige Variante, da die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden. Hierfür kann eine Einzelfallentscheidung angefragt werden und aus Kulanz werden eventuell einige Kosten von eurer Krankenkasse übernommen.

Die automatische Übernahme der Kosten steht schon seit einiger Zeit im Koalitionsvertrag und wird hoffentlich bald gesetzlich umgesetzt, sodass diese zusätzliche finanzielle Last entfällt.